Auf einen Blick

Suche

Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit...

Das Lied von Paul Gerhard gehört eindeutig zu meinen Lieblingsliedern.

Die leichte, schwungvolle Melodie ist vielen bekannt. Das Lied ist eines der beliebtesten Lieder und es wird nicht nur in der Kirche gesungen.

Der Sommer lädt uns ein, uns über die Natur, über Gottes Schöpfung zu freuen. Überall grünt und blüht es.

Und wir werden aufgefordert auch genau hinzu schauen. Die satten Farben, die Stimmen der Tiere, der Geruch von frisch gemähtem Gras - all das soll nicht nur unsere Sinne anregen, sondern unser Herz soll daraus Kraft schöpfen. Beim Singen des Liedes läuft einem buchstäblich das Wasser im Munde zusammen über die Schönheit der Natur. Das Herz wird leichter.

Wir sehnen uns nach Sonne, nach blauem Himmel, nach Licht und Wärme.

Immer wieder spüren wir, wie sehr wir das alles brauchen.

Darum ist für mich die 8. Strophe auch wichtig:

Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinne. Ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem höchsten klingt aus meinem Herzen rinnen.

Aus der Betrachtung der Natur wird für Paul Gerhard Lob und Dank.

Diesen Sommer-Gesang dichtet er um das Jahr 1650, da hatte Deutschland eine schlimme Zeit hinter sich. Mit dem westfälischen Frieden war der Dreißigjährige Krieg beendet worden. Städte und Ortschaften lagen geplündert und verwüstet da. Auch das Heimatdorf von Paul Gerhard. Hungersnöte und Seuchen hatten gewütet – Paul Gerhards Bruder war der Pest zum Opfer gefallen.

Trotz allem – die Erde steht. Trotz aller Bosheit der Menschen, die Schöpfung atmet ihren eigenen Rhythmus. Paul Gerhard erkennt in ihr Gottes Nähe.

Aber Paul Gerhard bleibt bei dieser Welt nicht stehen. Die sichtbare Schöpfung ist ein Gleichnis, für Gottes neue Welt. Wenn wir diese Gärten hier schon so schön finden, wie wird es erst in Christi Garten sein?

Wer an Jesus Christus glaube, so freut sich Paul Gerhard, dem stehen Erde und Himmel offen.

So bittet er Gott in der 15. Strophe: Lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen.

Neben dem irdischen und dem himmlischen Garten, gibt es auch noch einen inneren Garten – unsere Seele.

Die Frage ist: Bestellen wir auch den den Garten unseres Herzens? Lassen wir Gott, wie einen Gärtner an uns arbeiten? Was füllt eigentlich unsere Gedanken und Träume aus?

Ich wünsche allen eine schöne Sommerzeit und genügend Kraftquellen für Leib und Seele.

Ihre

Pastorin Doris Spinger